Wenn sich die Wirtschaft abschwächt, kann Krypto dann trotzdem steigen? | Wöchentliche Krypto-News
Die Kryptomärkte stehen im September unter Druck: BTC riskiert die 100.000-$-Marke, ETH sieht Abflüsse, und Dogecoin feiert seinen ersten US-ETF.
CryptoUnity
Redaktion
Veröffentlicht vor 10 Monaten
5 Minuten Lesezeit
Der September ist mit Turbulenzen an den globalen Märkten angekommen, und Krypto bildet da keine Ausnahme. Bitcoin steht unter Druck, Ethereum verliert an Schwung, und Dogecoin steht kurz davor, mit seinem ersten US-ETF Geschichte zu schreiben.
Makroökonomische Verschiebungen, darunter historische Korrekturen bei US-Arbeitsmarktzahlen und bevorstehende Zinssenkungen, verändern die Anlegerstimmung, während institutionelle Kapitalflüsse zeigen, wohin das „große Geld“ als Nächstes fließt. Schauen wir uns die wichtigsten Geschichten dieser Woche für Krypto-Einsteiger genauer an.
Druck im September: Makro-Signale, BTC in Gefahr, und Gold im Aufwind
Der Kryptomarkt startete unter erheblichem Druck in den September. Nachdem Bitcoin (BTC) im August auf über 106.000 € (124.000 $) gestiegen war, rutschte es um mehr als 15 % auf 92.700 € (108.600 $) ab, bevor es sich Richtung 96.500 € (113.000 $) erholte. Trader beobachten nun genau die Zone zwischen 94.000 und 95.000 € (110.000–112.000 $), wobei 85.000 € (100.000 $) als entscheidende Linie gilt, die laut vielen darüber entscheiden könnte, ob dieser Bullenlauf weitergeht oder endet. Manche bärischen Prognosen warnen sogar vor Rückgängen unter 90.000 $, falls das Momentum weiter nachlässt.
Gleichzeitig verschieben sich die makroökonomischen Signale. Eine historische Korrektur der US-Beschäftigtenzahlen ergab, dass seit März 911.000 Stellen zu hoch ausgewiesen wurden – die größte Korrektur der Geschichte und ein klares Zeichen für die Schwäche des Arbeitsmarktes. Die neuen Beschäftigungsdaten für August fügten nur 22.000 Stellen hinzu, verglichen mit erwarteten 75.000, was die Sorgen um die Gesundheit der Wirtschaft vertieft.
Diese Schwäche hat den Ausblick für die Zinsen verändert. Große Banken prognostizieren nun mehrere Senkungen im Jahr 2025:
- Bank of America erwartet zwei Senkungen, im September und im Dezember.
- Goldman Sachs sieht drei aufeinanderfolgende Senkungen im September, Oktober und November.
- Citigroup erwartet insgesamt 75 Basispunkte an Senkungen, verteilt über die letzten Monate des Jahres.
Für Krypto ist das ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist schwaches Beschäftigungswachstum ein Zeichen wirtschaftlicher Zerbrechlichkeit. Auf der anderen Seite haben Zinssenkungen historisch als starker Rückenwind gewirkt, der Liquidität zuführt und Risikowerte wie Bitcoin und Ethereum antreibt.
Unterdessen hat Gold bereits ausgebrochen, mit einem Plus von 40 % in diesem Jahr, und übertrifft die traditionellen Märkte deutlich. Viele Analysten glauben, Bitcoin könnte als Nächstes folgen. Die Ausweitung der Liquidität, kombiniert mit Kryptos Rolle als Absicherung gegen Geldentwertung, lässt manche eine mögliche Erholung Richtung 142.000–158.000 € (167.000–185.000 $) im vierten Quartal oder Anfang 2026 projizieren.
Einfach gesagt: Der September startet mit Volatilität, Unsicherheit und makroökonomischem Stress. Doch die Geschichte – und die aktuelle Zinssenkungs-Erzählung – deutet darauf hin, dass diese Turbulenzen die letzte Erschütterung vor der nächsten großen Aufwärtsbewegung sein könnten.
👉 Für Einsteiger: Märkte sehen oft am schwächsten aus, kurz bevor sie sich drehen. Beobachte das Unterstützungsniveau bei 85.000 € (100.000 $) für Bitcoin, und denk daran, dass Zinssenkungen langfristig tendenziell bullisch für Krypto sind.
Ethereum gegen Bitcoin: Kapitalflüsse verschieben sich zurück
Nach Wochen des Optimismus rund um Ethereum (ETH) zeigt sich nun ein Wandel in der Marktdynamik. Ethereum tat sich schwer, sich über 3.800 € (4.500 $) zu halten, wobei Abflüsse aus Spot-ETH-ETFs in nur sechs Handelstagen die Marke von 1 Milliarde $ überschritten. Zugleich fiel Ethereums Netzwerkeinnahmen im August um 44 %, was auf eine nachlassende Aktivität hindeutet, trotz Rekordhochs bei ETH.
Zugleich scheinen Institutionen wieder zurück in Richtung Bitcoin zu rotieren. Daten von Bitwise zeigen, dass ETH-ETPs im selben Zeitraum über 900 Millionen $ an Netto-Abflüssen verzeichneten, während Bitcoin-Produkte 444 Millionen $ an Zuflüssen anzogen. Auch US-Spot-Bitcoin-ETFs schlossen die vergangene Woche mit rund 250 Millionen $ an frischem Kapital positiv ab.
Die Verschiebung deutet darauf hin, dass große Anleger Bitcoin derzeit als die sicherere Wette betrachten, besonders in einem risikoscheuen Umfeld, in dem kleinere Altcoins underperformen. Ethereum behält langfristig weiterhin Potenzial, doch kurzfristig scheint BTC seine Dominanz bei den institutionellen Kapitalflüssen zurückzugewinnen.
👉 Für Einsteiger: Großes Geld bewegt sich zurück in Richtung Bitcoin und zeigt damit seine Rolle als Fundament des Marktes. Ethereum bleibt wichtig, aber kurzfristiger Gegenwind wie ETF-Abflüsse und schwächere Netzwerkaktivität bedeuten, dass es derzeit stärker unter Druck steht als BTC.
Dogecoin-ETF-Zulassung: Ein Memecoin wird Mainstream
Diese Woche markiert einen historischen Moment für Dogecoin: der allererste US-Spot-DOGE-ETF startet. Der Rex-Osprey-DOGE-ETF (Ticker $DOJE) beginnt am Donnerstag mit dem Handel und bringt Institutionen zum ersten Mal Zugang zu Dogecoin. Manche Analysten sagen, dies könnte DOGE kurzfristig über 0,43 € (0,50 $) treiben und sogar 0,85 € (1 $) testen, falls das Momentum anhält.
Die Begeisterung ist bereits sichtbar. DOGE legte Anfang September um fast 20 % zu. Auch die technischen Charts deuten auf bullische Konstellationen hin – mit langfristigen Mustern, die auf Ziele von bis zu 1,20 € (1,40 $) hindeuten.
Über den Kurs hinaus unterstreicht die Zulassung einen Wandel: Memecoins sind längst keine reinen Internet-Scherze mehr. Mit dem Eintritt in den regulierten ETF-Markt zeigt Dogecoin, dass es ernsthafte institutionelle Aufmerksamkeit anziehen kann – auch wenn ein Großteil davon spekulativ bleibt. Das fügt sich zudem in eine breitere Welle von Krypto-ETFs ein, mit fast 100 anhängigen Anträgen für Werte wie Solana, XRP und Ethereum.
👉 Für Einsteiger: Bei Dogecoins ETF-Debüt geht es weniger um Nutzen als um Anerkennung. Es zeigt, dass selbst spielerische Assets Interesse an der Wall Street wecken können. Die Kurse könnten wild schwanken, aber der Start beweist, dass Krypto weiter in den Mainstream vordringt.
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Die Märkte sind angespannt, doch die Geschichte zeigt, dass Stress oft vor Chancen kommt. Ob Bitcoin die 85.000-€-Marke (100.000 $) verteidigt, Ethereum mit kurzfristigem Gegenwind kämpft oder Dogecoin ins ETF-Rampenlicht tritt – der September entwickelt sich zu einem entscheidenden Monat.
Für Einsteiger ist es entscheidend, sich auf das große Ganze zu konzentrieren: Zinssenkungen, Liquiditätsausweitung und institutionelle Adoption bereiten weiterhin die Bühne für Kryptos langfristiges Wachstum.
Dieser Artikel enthält keine Anlageberatung oder Empfehlungen. Jede Investition und jeder Handel ist mit Risiken verbunden, und Leser sollten vor einer Entscheidung eigene Recherchen anstellen.
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